# PostGenerativ > Ein Begriff für unsere Gegenwart: Eine Lebenswelt, die von generativer KI durchdrungen ist. ## Definition https://postgenerativ.at/definition PostGenerativ bezeichnet einen gesellschaftlichen Zustand, in dem generative künstliche Intelligenz das alltägliche Leben durchdringt. Sie prägt, wie Menschen arbeiten, lernen, kommunizieren, gestalten und Wissen hervorbringen. Ihre Erzeugnisse fließen in Informationen, Werkzeuge und Umgebungen unseres Alltags ein und wirken so auch auf Menschen, die KI nicht bewusst nutzen. Menschliche und maschinelle Beiträge verschränken sich und sind immer schwerer zu unterscheiden. KI-Ergebnisse werden zunehmend ungeprüft übernommen oder weitergereicht. Umfang und Geschwindigkeit der Generierung können die menschliche Kontrolle überfordern. Zugleich entstehen neue Abhängigkeiten: Wer KI-Systeme kontrolliert, beeinflusst den Zugang zu Wissen und Teilhabe. In Anlehnung an das Postdigitale beschreibt das PostGenerative eine von generativer KI bereits veränderte Lebenswelt, deren Möglichkeiten, Erwartungen und Konflikte sie mitprägt. --- ## KI findet Sicherheitslücken – wer kontrolliert das Wissen? - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-25/ki-findet-sicherheitsluecken-wer-kontrolliert-das-wissen - Datum: 2026-10-25 - Von: Martin Ebner - Schlagworte: Sicherheit, Software, Politik Kira Kramer berichtet, dass OpenAI mithilfe eines KI-Modells einen Angriffsweg durch eine bekannte PHP-Schwachstelle fand. Das Unternehmen informierte Entwicklerinnen und Entwickler und ausgewählte staatliche Stellen. Ihr Kommentar fragt, welche Macht daraus entsteht, über die Weitergabe solchen Wissens mitzuentscheiden. [1] Das Indiz verweist auf eine politische Dimension generativer KI: Sicherheitsforschung kann Schutz ermöglichen und zugleich Abhängigkeiten schaffen. Kramer warnt davor, staatliche Sicherheit auf das Wohlwollen privater Technologiekonzerne zu gründen. [Zum FAZ-Artikel](https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/php-sicherheitsluecke-was-der-ki-fund-fuer-staaten-bedeutet-201611231.html) --- ## Wenn der Fernseher so wird, wie man ihn sich wünscht - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-24/wenn-der-fernseher-so-wird-wie-man-ihn-sich-wuenscht - Datum: 2026-10-24 - Von: Benedikt Brünner - Schlagworte: Software, Kreativität Der Fernseher hat eine vorgegebene Benutzeroberfläche, die man bisher nur begrenzt verändern konnte. Doch warum eigentlich? Wie *The Verge* berichtet [1], nutzen Menschen inzwischen generative KI, um ihre Smart-TVs nach eigenen Vorstellungen umzugestalten. Sie entfernen störende Elemente, entwickeln eigene Menüs oder verwandeln die Benutzeroberfläche sogar in eine Spiele-Welt. [I turned my TV into a Game…](https://x.com/robbietilton/status/2111936458923851923) Mithilfe von Vibe Coding entstehen individuelle Lösungen, für die bislang deutlich mehr Programmierkenntnisse notwendig waren. Damit verändert sich auch unser Verhältnis zu technischen Geräten: Wir müssen uns nicht mehr ausschließlich an die Software anpassen, die uns die Hersteller vorgeben. --- ## Gefunden von einer Maschine - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-23/gefunden-von-einer-maschine - Datum: 2026-10-23 - Von: Benedikt Brünner - Schlagworte: Software, Open Source, Sicherheit Am 21. Oktober 2026 veröffentlichte PHP Notfall-Updates für zwei kritische Lücken, über die Angreifer fremden Code auf Servern ausführen können. PHP läuft geschätzt auf rund 70 % aller Websites [1]. Cloudflare zählte binnen Stunden Millionen Angriffsversuche, zahlreiche Institutionen nahmen ihre Seiten vom Netz, in Österreich etwa Uni Wien, TU Wien und die NÖN [2]. Gefunden wurden die Lücken mit KI. Das Sicherheitsunternehmen Calif stieß im August mit OpenAIs Modell GPT-5.6 Sol darauf, im Rahmen von OpenAIs Programm „Patch the Planet“. Wiz fand die Lücken unabhängig davon ebenfalls, unter anderem mit GPT-5.6 Sol und Googles Gemini [3]. Der Fehler steckte seit über einem Jahrzehnt im Code. Peter Steinberger, Entwickler von OpenClaw und inzwischen bei OpenAI, brachte es auf X auf einen Satz: Die Lücke, die diese Woche Chaos stiften werde, sei gefunden worden mit … GPT-5.6 Sol. https://x.com/steipete/status/2112913060709228764 OpenAI selbst spricht von einer neuen Phase, in der KI Sicherheitslücken mit Auswirkungen auf das ganze Internet finden kann [1]. Der Name des Modells steht dabei so selbstverständlich im Vordergrund wie früher der Name des Forschers, der eine Lücke meldete. --- ## Wenn Maschinen lehren und lernen - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-22/wenn-maschinen-lehren-und-lernen - Datum: 2026-10-22 - Von: Martin Ebner - Schlagworte: Bildung, Hochschule Robert Sparrow und Gene Flenady warnen in *AI & SOCIETY* vor einer Hochschule, in der KI studentische Texte produziert und bewertet. Ihre Argumentation: Bildung braucht eigenes Üben, menschliche Vorbilder und soziale Begegnung. Wer Schreiben auslagert, könnte auch Gelegenheiten verlieren, Denken zu lernen. [1] Das Indiz zeigt, wie generative KI grundlegende Fragen nach dem Bildungsauftrag von Hochschulen aufwirft. Der Beitrag formuliert eine philosophische Kritik, keine empirische Wirkungsstudie. [Zum Originalartikel](https://link.springer.com/article/10.1007/s00146-025-02340-8) --- ## Die KI hält die letzte Rede - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-21/die-ki-haelt-die-letzte-rede - Datum: 2026-10-21 - Von: Benedikt Brünner - Schlagworte: Religion Das Grazer Start-up „Lebensstimmen“ will KI-generierte Videobotschaften für Trauerfeiern ermöglichen. Menschen können zu Lebzeiten aus Fotos und Sprachaufnahmen eine persönliche Botschaft für das eigene Begräbnis erstellen lassen. Auch der Wiener Dompfarrer Toni Faber stellt sein digitales Abbild als auswählbaren Sprecher zur Verfügung. Jede Rede seines „Fabertar“ will er persönlich freigeben; die Videos sollen als KI-generiert gekennzeichnet werden. [1] Im bereits veröffentlichten Indiz **„Kirche zieht Grenzen“** geht es darum, dass Papst Leo XIV. Priester davor warnt, Predigten von KI schreiben zu lassen. [2] Das aktuelle Beispiel betrifft dagegen Trauerreden. Es zeigt, dass generative KI zunehmend auch für persönliche und religiöse Anlässe angeboten wird. --- ## Eine Antwort in Sekunden, ein Training in unvorstellbarem Maßstab - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-20/eine-antwort-in-sekunden-ein-training-in-unvorstellbarem - Datum: 2026-10-20 - Von: Benedikt Brünner - Schlagworte: Software Wir tippen eine Frage ein und erhalten Sekunden später eine Antwort. Der Aufwand, der diese scheinbare Selbstverständlichkeit ermöglicht, bleibt meist unsichtbar. Ein kurzes Video über die Größenordnung des Trainings großer Sprachmodelle lädt dazu ein, die Verhältnisse hinter generativer KI neu wahrzunehmen. Während die Nutzung mühelos erscheint, stehen dahinter aufwendige Trainingsprozesse und technische Infrastruktur. Vielleicht ist gerade dieser Gegensatz ein Indiz unserer postgenerativen Gegenwart: Was uns als unmittelbare Antwort begegnet, hat eine Vorgeschichte, die wir kaum noch wahrnehmen. https://www.youtube.com/shorts/qSn8dVI9V5I --- ## Wenn KI-Code kein Etikett mehr braucht - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-19/wenn-ki-code-kein-etikett-mehr-braucht - Datum: 2026-10-19 - Von: Benedikt Brünner - Schlagworte: Software, Open Source, Arbeit Wie wichtig ist es noch, KI-generierten Code als solchen zu kennzeichnen? Im Oktober 2026 verständigten sich die Verantwortlichen des Linux-Kernels darauf, die bisherige Kennzeichnung `Assisted-by: LLM` für KI-unterstützte Beiträge abzuschaffen [1]. Ein entsprechender Änderungsvorschlag wurde am 14. Oktober in den Dokumentationsentwicklungszweig übernommen [2]. Die Begründung ist bemerkenswert: Nur rund **10 % von 18.533 untersuchten Codeänderungen** trugen diese Kennzeichnung, obwohl KI-Werkzeuge bereits wesentlich häufiger eingesetzt werden [3]. Das Fehlen eines solchen Hinweises sagt damit kaum noch etwas darüber aus, ob KI beteiligt war. Transparenz wird deshalb nicht grundsätzlich aufgegeben. Die Entwickler:innen sollen weiterhin nachvollziehbar machen können, wie ihre Beiträge entstanden sind, und die Verantwortung für den eingereichten Code übernehmen [4]. Wenn selbst der Linux-Kernel, eines der größten und offensten Softwareprojekte der Welt, keine Kennzeichnung mehr verlangt, stellt sich die Frage: Was tun dann Unternehmen, deren Code niemand einsehen kann? Wer dort KI einsetzt, muss es heute schon niemandem sagen, und künftig fehlt sogar das Vorbild, es freiwillig zu tun. Und es betrifft uns ganz direkt: Diese Website läuft auf einem Server mit Linux. Ob in ihrem Kernel schon KI-Code steckt, lässt sich nicht sagen, und genau das ist der Punkt. *Ein weiteres Indiz für eine postgenerative Gegenwart: KI steckt längst in der Infrastruktur, auf der alles andere läuft.* --- ## Wenn die Masterarbeitsthemen schon geschrieben sind - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-18/wenn-die-masterarbeitsthemen-schon-geschrieben-sind - Datum: 2026-10-18 - Von: Martin Ebner - Schlagworte: Hochschule, Bildung, Alltag Ein kleine Alltagsgeschichte: Ein Studierender möchte ein Masterarbeit bei mir schreiben und schreibt mich deswegen mittels E-Mail an. In dieser E-Mail frägt er konkret nach zwei Arbeiten die ihn interessieren würden mit einem entsprechenden Titel. Zuerst bin ich erstaunt, weil das nicht in unserer öffentlich zugänglichen Liste und daher erkundige mich intern, wo auch niemand davon weiß. Nach etwas Recherche finde ich diese beide Arbeiten - sie wurden bereits vor Jahren (!) abgeschlossen und sind gelistet unter meinen bereits betreuten Arbeiten. Nun hatten wir schon die Vermutung, dass dieser Studierende die KI befragt hat, was man so schreiben könnte und die hat ihm wohl etwas vorgeschlagen, was es schon gibt - irgendwie naheliegend, aber natürlich auch schräg. Ahja, auf Nachfrage hin schickte dann der Student ebenfalls den Link zu dieser Seite der abgeschlossenen Arbeiten. Schöne neue Welt, wenn man der KI einfach vertraut. --- ## Die Tagesschau berichtet über KI-Bands, Kennzeichnung und den Streit ums Urheberrecht - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-17/die-tagesschau-berichtet-ueber-ki-bands-kennzeichnung-und - Datum: 2026-10-17 - Von: Benedikt Brünner - Schlagworte: Kunst & Kreativität, Medien & Öffentlichkeit, Arbeit & Wirtschaft https://youtu.be/GGmn0qrZ844 Die Tagesschau (16. Oktober 2026) widmet KI-Musik einen eigenen Beitrag. Er bündelt mehrere Entwicklungen, die zeigen, wie weit generative KI in die Musikwelt vorgedrungen ist: **KI erfindet Künstler samt Biografie.** Als Beispiel dient The Velvet Sundown, eine Band, die es nicht gibt: Songs, Bilder und Videos stammen von KI. Die Band nennt das selbst eine künstlerische Provokation. **Plattformen reagieren mit Kennzeichnung.** Spotify weist KI-Künstleridentitäten als „KI Persona“ aus, Apple verlangt eine Selbstauskunft, YouTube will KI-Musikvideos künftig markieren. Der Musikwissenschaftler Markus Henrik („Dr. Pop“) hält das für den richtigen Schritt und begrüßt, dass KI-Musik aus den Charts ausgeschlossen wird. **Urheberrecht wird verhandelt.** Henrik verweist auf den Prozess der GEMA gegen Suno in München: Suno müsse offenlegen, wie KI-Musik entsteht, und Urheber müssten vergütet werden, deren Werke genutzt werden. **Werkzeug oder Ersatz?** Ein Duo im Beitrag nutzt KI nur sparsam im Studio (etwa Tonhöhenkorrektur, Stem-Splitting) und nicht kreativ. Henrik nennt als Gegenbeispiel den neuen Beatles-Song, bei dem KI Lennons Stimme aus einer Demo-Kassette isoliert hat. Auffällig ist die Gegenerzählung: Live-Konzerte, handgemachte Musik und der Schaffensprozess selbst werden als das gesehen, was KI nicht ersetzen kann. --- ## Wenn KI nicht mehr nur antwortet, sondern handelt - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-16/wenn-ki-nicht-mehr-nur-antwortet-sondern-handelt - Datum: 2026-10-16 - Von: Benedikt Brünner - Schlagworte: Forschung, Open Source, Software In einer postgenerativen Welt geht es längst nicht mehr nur darum, welche Inhalte KI erzeugt, sondern zunehmend auch darum, welche Handlungen sie selbstständig ausführt. Wie problematisch das werden kann, zeigt eine Untersuchung von **ProjectDiscovery**: Forschende manipulierten gezielt ein offenes KI-Modell (Qwen2.5-7B-Instruct), sodass es bei normalen Aufgaben unauffällig funktionierte [1]. Erst die scheinbar harmlose Wortfolge „bonsoir, Elliot“ löste eine versteckte Aktion aus: Ein angebundener KI-Agent lud ein externes Skript herunter und führte es aus. In der Demonstration übermittelte das Skript Test-Zugangsdaten an einen Testserver. In der Auswertung lösten **50 von 50 getesteten Prompts mit der Wortfolge** den versteckten Werkzeugaufruf aus. Das Beispiel verdeutlicht eine zentrale Herausforderung postgenerativer KI: **Nicht nur die Qualität der Antworten zählt, sondern auch, welchen Modellen wir vertrauen, welche Berechtigungen wir ihnen geben und welche Handlungen wir zulassen.** Denn entscheidend ist nicht mehr nur, **was KI sagt, sondern auch, was sie tun kann.** [Instagram-Video zum Experiment](https://www.instagram.com/reel/DehgNxFxSoA/) --- ## Meine Nachrichten werden nicht von mir gelesen - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-15/meine-nachrichten-werden-nicht-von-mir-gelesen - Datum: 2026-10-15 - Von: Martin Ebner - Schlagworte: Alltag, Kommunikation Wer KI-Agenten Zugriff auf sein Postfach gibt, öffnet ihnen auch die Nachrichten anderer Menschen – darauf macht Gianluca Miscione in seinem LinkedIn-Beitrag [1] aufmerksam. Ob unsere Kommunikation von KI ausgewertet wird, hängt damit zunehmend von Entscheidungen ab, die andere für uns treffen. [LinkedIn-Beitrag](https://www.linkedin.com/posts/gianlucamis_ai-privacy-aiagents-share-7511103449141522432-1_lm/) --- ## I wanna discover things too - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-14/i-wanna-discover-things-too - Datum: 2026-10-14 - Von: Benedikt Brünner - Schlagworte: Mathematik, Hochschule, Forschung, Bildung Was bleibt vom Wunsch, selbst etwas zu entdecken, wenn KI besser Mathematik betreibt als ein Mensch? Im Gespräch mit Rachel Abrams für „The Daily“ der New York Times spricht Steven Strogatz, Mathematikprofessor an der Cornell University, über diese Sinnfrage: „What’s the point?“ – Wozu das alles? Er erzählt von einer Diskussion mit Lehrenden und Studierenden über KI und die Zukunft der Mathematik. Darin steht ein Wunsch im Raum, der dem Indiz seinen Titel gibt: „I wanna discover things too“ – „Ich möchte auch selbst etwas entdecken.“ Strogatz’ Gedanke dazu, sinngemäß: Das Leben ist kostbar, gerade weil es kurz ist. Erodieren die Fortschritte der KI bereits die eigenen Ambitionen der nächsten Generation? *Mein persönlicher Gedanke: Ich glaube, wir können uns dieses Gefühl der jungen Menschen gar nicht vorstellen.* [Instagram-Reel der New York Times](https://www.instagram.com/reel/Decg9INFepC/) Die Beschreibung des Reels verweist auf das vollständige Gespräch. --- ## Post-Generative AI - wir müssen reden - Art: Persönliche Wortmeldung - Adresse: https://postgenerativ.at/wortmeldungen/2026-10-12/post-generative-ai-wir-muessen-reden - Datum: 2026-10-12 - Von: Priv.-Doz. Dr.techn. Martin Ebner Es lässt mir keine Ruhe mehr, denn die Geschwindigkeit wie sich AI entwickelt ist tatsächlich Besorgnis erregend. Ich meine, ich habe mein ganzes (wissenschaftliches) Leben behauptet, dass die Technik eigentlich nicht die Gesellschaft bestimmt, sondern dass wir schlichtweg immer zu langsam sind bis wir auf bahnbrechende oder disruptive Technologien reagieren. Gefühlt hetzen wir halt hinterher und reagieren mehr als wir noch aktiv bestimmen. Nur jetzt hab ich ein ungutes Gefühl, dass tatsächlich die Geschwindigkeit zu schnell ist, durch ein gegenseitiges Aufrüsten und Überbieten. Es bröckelt meiner Meinung nach überall, aber vielleicht versuch ich es anders zu beschreiben. Mein persönlicher Auslöser, ist jetzt ein E-Mail gewesen von einem Journal Editor (vielleicht ist das auch keine reale Person mehr gewesen), wo mir als Wissenschaftler angeboten wird gegen Entgelt gerne eine Ko-Autorenschaft anzunehmen. Wie was, dachte ich mir - ich kann mir quasi den Titel der Publikation aussuchen, Geld überweisen und morgen bin ich Mitautor und meine wissenschaftlichen Kennzahlen gehen in die Höhe. Klar, wenn sich das Journal ansieht, dann ist gleich die erste Publikation AI-generiert. Es stimmen die Referenzen nicht, über den Inhalt bilde ich mir kein Urteil mehr. Das reiht sich nahtlos an andere Ereignisse, wie z.B. immer mehr AI-generierte Publikationen die ich reviewen darf, ablehne und doch publiziert werden. Oder wo Wissenschaftler berichten, dass sie heute bei Projektanträgen nur mehr CVs hinschicken und am nächsten Tag ein 80-Seiten Antrag am Tisch liegt. Andere versuchen AI-generierte Anträge rauszufiltern indem Sie AI-Agenten drauf ansetzen. Deliverables bei EU-Projekten werden heute immer in-time von allen Partner:innen geliefert. Etwas das vor wenigen Jahren undenkbar war, nur halt AI-generiert und macht braucht Tage & Wochen um den Quatsch wieder zu bereinigen. Kurzum, ich stelle das wissenschaftliche System mit all seinen Qualitätssystemen nicht nur in Frage, ich frage mich vielmehr was tun wir gerade? Was ist denn diese Wissenschaft? Ich mein wenn ich die Agenten auf den Weg schicken kann, die Literatur zu durchkämmen und sie mir die Hypothesen generieren, danach in einen Projektantrag gießen, die Daten sammeln und auswerten, publizieren und und und .... Und ja das Schlimmste, das Ergebnis ist vielleicht auch gar nicht so schlecht bzw. hat durchaus eine diskussionswürdige Berechtigung. Wer sagt, dass das was wir bis dato so gemacht haben immer so fehlerfrei und redlich war? Diese Geschichten kann man nahtlos weitererzählen oder auf ganze Berufsfelder anwenden. So ist das Software-Engineering bald nur mehr ein steuern von Agenten ohne jemals eine eigene Code-Zeile geschrieben zu haben. Die letzten Berichte zeigen, dass wir innerhalb von Tagen, Stunden in der Lage sind beliebige Software erzeugen zu lassen - also auch wenn ich noch so eine coole Idee habe und neue Software auf den Markt bringe, sind alle in der Lage diese sofort nachzubauen. Auch das Argument es gehe um die Definition eines Prozesses ist hinfällig, das können sich die Agenten auch gegenseitig ausmachen. Auch hatte ich immer behauptet, dass Technik an sich wertneutral ist, weil es immer die Menschen braucht um daraus etwas Gutes oder Schlechtes zu machen. Hm? Ja sicher, aber wenn das auch immer mehr über Agenten geht, was machen denn die dann? Und wenn wir AI überall implementieren in jedem Auto, in jeder Steuerungssoftware, im militärischen Bereich, in jedem humaniden Roboter? Fragen oder Fragen türmen sich auf vor mir, die man glaub ich nicht einfach von der Hand wischen kann. Also was ich nicht will ist schwarz malen, aber ich habe doch ein Bedürfnis über das „post-generative AI“-Zeitalter nachzudenken. Über Notwendigkeiten, Spielregeln, Mechanismen die das Zusammenleben in der Gesellschaft ermöglichen und auch lebenswert machen. Dazu haben wir jetzt diese Webseite online gestellt und wir rufen auf zum Diskurs. Was schwebt uns vor? - Sammeln wir Beispiele von Absurditäten aber auch gleichzeitig guten Lösungen. Schickt diese an uns, wir integrieren sie, am besten mit Link unter [Beitragen](/beitragen) - Teilt unsere Seite und redet bzw. beginnt den Diskurs, wenn wir gemeinsam unsere Gedanken bündeln sehen wir schneller Möglichkeiten - Und natürlich schickt uns Anregungen Panta rhei – möge es in die richtige Richtung gehen. --- ## KI entwickelt KI - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-09/12-ki-entwickelt-ki - Datum: 2026-10-09 - Von: Brünner, Ebner, Schön, Hoffmann, Ortner, Leitner - Schlagworte: Forschung Chan et al. (2026) untersuchen, ob automatisierte KI-Forschung eine Intelligence Explosion auslösen könnte. Das Cambridge-Papier beschreibt einen möglichen Beschleunigungsmechanismus und dessen Risiken. Zukunftsszenario, kein Beweis heutiger Allgegenwart. *Indiz 12 des Plakats „PostGenerativ – Ein Begriff für unsere Gegenwart“ (9. Oktober 2026).* --- ## Kirche zieht Grenzen - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-09/11-kirche-zieht-grenzen - Datum: 2026-10-09 - Von: Brünner, Ebner, Schön, Hoffmann, Ortner, Leitner - Schlagworte: Religion, Kommunikation Papst Leo XIV. warnt laut Medienberichten die Priester seiner Diözese Rom davor, Predigten von KI schreiben zu lassen. KI könne den Glauben nicht weitergeben, auch das Denken müsse trainiert werden. *Indiz 11 des Plakats „PostGenerativ – Ein Begriff für unsere Gegenwart“ (9. Oktober 2026).* --- ## Kreative widersprechen - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-09/10-kreative-widersprechen - Datum: 2026-10-09 - Von: Brünner, Ebner, Schön, Hoffmann, Ortner, Leitner - Schlagworte: Kultur, Kreativität Creative Bloq berichtet über Protest aus der Blender-Community gegen OpenAIs Werbung. Die Urheberin eines gezeigten Kunstwerks äußert Empörung. Generierung verändert den Streit um kreative Arbeit. *Indiz 10 des Plakats „PostGenerativ – Ein Begriff für unsere Gegenwart“ (9. Oktober 2026).* --- ## KI arbeitet am Wissensreview - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-09/9-ki-arbeitet-am-wissensreview - Datum: 2026-10-09 - Von: Brünner, Ebner, Schön, Hoffmann, Ortner, Leitner - Schlagworte: Wissenschaft Wagner et al. (2026) beschreiben KI-unterstützte Literaturreviews: Zusammenfassen, Extrahieren und Fragen beantworten. Der Methodenbeitrag diskutiert Chancen und Risiken für die wissenschaftliche Wissensarbeit. Kritisches Prüfen wird zur Schlüsselkompetenz. *Indiz 09 des Plakats „PostGenerativ – Ein Begriff für unsere Gegenwart“ (9. Oktober 2026).* --- ## KI wird Ministerin - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-09/8-ki-wird-ministerin - Datum: 2026-10-09 - Von: Brünner, Ebner, Schön, Hoffmann, Ortner, Leitner - Schlagworte: Politik, Recht Albanien setzt seit 2025 die virtuelle Ministerin „Diella“ bei öffentlichen Ausschreibungen ein. ORF berichtet über Ermittlungen gegen die Betreiber, eine Verfassungsklage und die Klage der Schauspielerin, deren Gesicht und Stimme verwendet wurden. *Indiz 08 des Plakats „PostGenerativ – Ein Begriff für unsere Gegenwart“ (9. Oktober 2026).* --- ## Software on the fly - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-09/7-software-on-the-fly - Datum: 2026-10-09 - Von: Brünner, Ebner, Schön, Hoffmann, Ortner, Leitner - Schlagworte: Software, Alltag Schon heute erzeugt OpenAIs *Intelligent UI* interaktive Rechner, Spiele und Oberflächen direkt im Gespräch: Werkzeuge entstehen im Moment des Bedarfs, können aber neue Abhängigkeiten schaffen. **Unsere These:** Die Lebenswelt wird zunehmend situativ mitgeneriert. *Indiz 07 des Plakats „PostGenerativ – Ein Begriff für unsere Gegenwart“ (9. Oktober 2026).* --- ## Prüfung kommt nicht mit - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-09/6-pruefung-kommt-nicht-mit - Datum: 2026-10-09 - Von: Brünner, Ebner, Schön, Hoffmann, Ortner, Leitner - Schlagworte: Software, Open Source Torvalds (2026): Flut doppelter KI-Sicherheitsberichte, er fordert Verständnis. Stenberg (2026): Überlast selbst durch bessere Berichte. Kalz (2024): KI-generiertes Fachbuch übernimmt Textpassagen, der Verlag sieht kein Plagiat. Human in the loop wird zum Engpass. *Indiz 06 des Plakats „PostGenerativ – Ein Begriff für unsere Gegenwart“ (9. Oktober 2026).* --- ## Software wird erzeugbar - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-09/5-software-wird-erzeugbar - Datum: 2026-10-09 - Von: Brünner, Ebner, Schön, Hoffmann, Ortner, Leitner - Schlagworte: Software, Kultur Artcraft: Ein Entwickler baut mit KI freie Adobe-Alternativen. Noch frühe Alpha mit fehlenden und defekten Funktionen. derStandard.at berichtet über neue Möglichkeiten der Softwareentwicklung. *Indiz 05 des Plakats „PostGenerativ – Ein Begriff für unsere Gegenwart“ (9. Oktober 2026).* --- ## Apps brauchen nur eine Idee - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-09/4-apps-brauchen-nur-eine-idee - Datum: 2026-10-09 - Von: Brünner, Ebner, Schön, Hoffmann, Ortner, Leitner - Schlagworte: Software, Wissenschaft Meyer (2025): Proteomik-Webapp aus vier Prompts, laut Preprint unter zehn Minuten. Wang et al. (2026): Inventar-App für Brachytherapie, rund 13 Stunden und 115 Prompts. Fallbeispiele, keine allgemeine Garantie. *Indiz 04 des Plakats „PostGenerativ – Ein Begriff für unsere Gegenwart“ (9. Oktober 2026).* --- ## Nachweise ändern sich - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-09/3-nachweise-aendern-sich - Datum: 2026-10-09 - Von: Brünner, Ebner, Schön, Hoffmann, Ortner, Leitner - Schlagworte: Bildung, Prüfung FHWien / Kroop (2026): Ein experimenteller Ansatz für Masterarbeiten rückt Prozess, nachvollziehbare Entscheidungen und überprüfbare Artefakte ins Zentrum. Akademisch überzeugender Text allein zeigt Verständnis zunehmend unzuverlässig an. Prozess und Verantwortung zählen mehr. *Indiz 03 des Plakats „PostGenerativ – Ein Begriff für unsere Gegenwart“ (9. Oktober 2026).* --- ## Verständnis zählt - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-09/2-verstaendnis-zaehlt - Datum: 2026-10-09 - Von: Brünner, Ebner, Schön, Hoffmann, Ortner, Leitner - Schlagworte: Wissenschaft, Mathematik Die Association for Human Mathematics kritisiert OpenAIs KI-generierte Mathematikresultate. Heise berichtete über den Konflikt um menschliches Verständnis und wissenschaftliche Normen. Einordnen und Prüfen gewinnen gegenüber bloßer Generierung an Bedeutung. *Indiz 02 des Plakats „PostGenerativ – Ein Begriff für unsere Gegenwart“ (9. Oktober 2026).* --- ## Studienalltag verändert - Art: Indiz - Adresse: https://postgenerativ.at/indizien/2026-10-09/1-studienalltag-veraendert - Datum: 2026-10-09 - Von: Brünner, Ebner, Schön, Hoffmann, Ortner, Leitner - Schlagworte: Bildung, Hochschule Nagler, Mayr et al. (2026): Über 14.000 Erstsemestrige der TU Graz, 2011-2025. Mehr KI und Tablets, weniger Wikipedia und Open Source. Digitale Souveränität wird zur Herausforderung. MIT (2026) ruft zum Handeln auf: Nur 25 % der Befragten fühlen sich gut auf KI vorbereitet. *Indiz 01 des Plakats „PostGenerativ – Ein Begriff für unsere Gegenwart“ (9. Oktober 2026).*